Filmtipp! Michael Moore “Kapitalismus”

Mit der Bekanntgabe des Titels seines neuen Films offenbart Michael Moore, dass es für ihn Zeit war, eine “Liebesgeschichte” zu drehen: “Es ist ein ausgezeichnetes Date-Movie. Es beinhaltet alles, was dazu gehört – Begierde, Leidenschaft, Romantik und 14.000 Arbeitsplätze, die jeden Tag gestrichen werden. Es ist eine verbotene Liebe, eine Liebe, deren Namen man nicht auszusprechen wagt. Zum Teufel, raus damit: Kapitalismus.” Michael Moore kehrt mit “Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte” zurück zu der Frage, die vor 20 Jahren bereits seine Karriere eingeleitet hat: Welche Auswirkungen hat das desaströse Verhalten von Großunternehmen und ihr ungebändigtes Profitstreben auf das Leben der Menschen?
Die aktuelle Situation der kapitalistischen Länder wird mit dem alten Rom verglichen, in welchem eine kleine Elite über den Großteil des Geldes und die Macht verfügte. Mit Kriegen und stumpfer Unterhaltung werde das Volk ruhig gestellt, und die ausgebeuteten Sklaven würden das Imperium eines Tages zu Fall bringen. Anhand von Beispielen werden die Auswirkungen des Kapitalismus und der Finanzkrise auf das normale Volk gezeigt: eine Familie, die ihr Haus verloren hat, ein Pilot, der von seiner Fluggesellschaft ein Jahresgehalt von nur 16.000 US-Dollar bekommt, eine Firma, die durch eine heimlich abgeschlossene Lebensversicherung am Tod eines Mitarbeiters Millionen verdient hat. Die Banken und hochrangige US-Politiker wie George W. Bush oder Ronald Reagan werden zu einer Art Feindbild stilisiert, da sie als treibende Kräfte hinter dem Kapitalismus gesehen werden. Neben Interviews mit Arbeitern und Vertretern der katholischen Kirche werden Moore-typische provokante Aktionen gezeigt, wie beispielsweise seine Fahrt in die Wall Street mit einem leeren Geldtransporter, um von den Banken persönlich die durch die Steuerzahler aufgebrachten Milliarden zur Bankenrettung zurückzufordern.Der Film endet mit einem Happy End, indem gezeigt wird, wie Barack Obama die Macht übernimmt und sich in Chicago mit streikenden Fabrikarbeitern solidarisiert.
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Kapitalismus läuft in Darmstadt im Programmkino Rex
bisher 1 Kommentar 16. November 2009






